I have a dream!

„I have a dream!“

Martin Luther King Jr. hat diesen kurzen aber bis heute bekannten Satz gebracht, als er diese berühmte Ansprache auf einer Protestkundgebung hielt. Es ging in der Ansprache um Freiheit und Gleichheit.

Diese Aussage „I have a dream!“ kennt fast jeder, den ich frage. Warum ist das so? Martin Luther King Jr. hat nicht nur irgend ein Traum gehabt, nein, er einen ganz bestimmten Traum gehabt und hat ihn laut ausgesprochen! Er hat daran geglaubt, darüber geredet und er hat angefangen, diesen Traum zu leben! Letztendlich hat er durch seinen Traum das Land wie auch die restliche Welt geprägt und verändert.

Mich beschäftigt seit langem auch ein Traum. Und zwar der Traum Gottes für uns Menschen. Ist es gewagt, so etwas zu sagen, darüber nachzudenken und zu erforschen? Ich möchte es tun. Immer wieder… und ich möchte, dass diesen Traum zu meinem Traum wird. Gods dream!

Das Bild hier möchte ich als ein Beispiel für das Gegenteil von diesem Traum verwenden:

Es ist schon witzig, dieses Bild, aber ich glaube, dass genau DAS unser Grundproblem ist. Das Ego. Wir leben am Ziel des Lebens vorbei, wenn wir alles um uns herum so anlegen, damit es uns gut geht und uns dient. Aber wie sieht er denn aus? Gottes Traum für uns Menschen?

Ein Text, der mir während der Diplomarbeit wieder ganz neu wichtig geworden ist, ist in Apostelgeschichte 2,42-47. Vielleicht klingt er für euch einfach nur „traumhaft“ und nicht realistisch. Aber genau das ist der Traum, der sich immer wieder neu bemerkbar macht. Ein kleiner Einblick in Gottes Traum für uns Menschen.

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle Seelen und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Wenn man das so hören, was geht einem da durch den Kopf? Vielleicht: Unmöglich? Das war früher so, heute ist alles anders? Das betrifft nur die erste Gemeinde? Da waren ja noch die Apostel da? Oder: Traumhaft, aber nicht realistisch?

Glaubt mir, ich habe hier auch meine Zweifel angebracht, ob das in unserer heutigen Zeit überhaupt „realistisch“ ist. Aber genau hier sind wir an einem Punkt, der mich bei meiner Diplomarbeit so herausgefordert hat. Und zwar die Frage: HAT diese Gemeinde wirklich so gelebt? IST der Heilige Geist wirklich an Pfingsten auf die Gemeinde gekommen? IST er „Realität“? Ist es nicht ER, der Einmütigkeit schenkt? Der uns zusammenschweißt, der unsere Herzen prägen möchte, uns in die Anbetung Gottes führen möchte, der die Liebe untereinander ermöglichen möchte, der Menschen zu seiner Gemeinde hinzufügen möchte, der uns dazu befähigen möchte sich geradezu zu verschenken…?

Diese Gemeinde hier in der Apostelgeschichte war nicht perfekt. Sie hatte ihre Probleme, sie hatte ihre Herausforderungen. Aber was geschieht hier an diesem Punkt der Geschichte? Genau hier ist der Startschuss der Gemeinde Jesu und genau in derselben Gemeinde leben auch wir heute noch . Sie hat nicht aufgehört zu existieren und Gott hat nicht noch eine weitere Gemeinde gegründet, in der der Heilige Geist nicht anwesend ist. Und er hat seinen Geist auch nicht wieder von seiner Gemeinde weggenommen. Er ist hier, mitten unter uns. Er ist damals gekommen und bis heute am wirken.

Ich durfte einmal über einen Text predigen, den die Jünger Jesu wohl nie wieder vergessen haben. Denn in der Urgemeinde in der vorigen stellen setzt sich genau dieser Text um:

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Johannes 13,34-35

Im engsten Kreis mit seinen Jüngern bringt Jesus das zur Sprache, was das entscheidende und wichtigste ist: Habt Liebe untereinander! Ich möchte euch dazu einladen. Einladen diesenTraum zu leben und Gottes Traum mit seinen Menschen immer mehr zu entdecken und zu leben. Einmal das eigene „ICH“ hinter sich zu lassen und zum „DU“ zu gelangen. Du Gott, Du Bruder, DU Schwester, DU, von Gott geliebter Mensch.

Shane Claiborne hat in seinem Buch „ich muss verrückt sein so zu leben“ einen Satz geschrieben, der mich echt bewegt hat:

„Die Welt braucht Menschen, die so sehr an eine andere Welt glauben, dass sie nicht anders können, als sie schon jetzt zu leben.“

und an anderer Stelle

„Wir beschlossen nicht länger über die Kirche, die wir sahen, zu jammern, sondern zu der Kirche zu werden, von der wir träumten“.

Das ist es. die Bibel spricht sehr klar davon und ich möchte mich von ihr immer wieder neu hinterfragen und herausfordern lassen diesen Traum zu leben. Diese Kirche ist nicht perfekt, aber voller Liebe. Sie ist nicht ohne Schuld, aber mit viel Vergebung. Sie ist nicht ohne Streit, aber mit viel Versöhnung. I have a dream! Gods dream! Leben wir ihn. Ich freue mich darauf! Heute!

Euer Oliver Ohler

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alte Jugend

Ich habe eine Geschichte gelesen, die mich echt berührt hat und in mir die Sehnsucht geweckt hat, das auch so erleben zu dürfen. Vielleicht kennt sie der eine oder andere, aber trotzdem werde ich sie hier jetzt erzählen 🙂

Es war ein Mann, der hieß Ed Farrell und lebte in Detroit. Von dort reiste er zwei Wochen nach Irland, um den 80. Geburtstag seines Onkels zu feiern. Als der große Tag kam, standen Ed und sein Onkel auf, um die Sonne zu begrüßen. Sie liefen am Strand des Lake Killarney entlang und genossen das smaragdgrüne Gras und das kristallblaue Wasser. 20 Minuten lang betrachteten sie schweigend das sich ihnen bietende Bild. Dann tat der Onkel etwas für einen 80-jährigen Mann sehr Ungewöhnliches: Er hüpfte am Ufer des Sees entlang und strahlte dabei wie ein verliebter Schuljunge. Ed war außer Atem, als er ihn schließlich einholte. „Onkel Seamus, du siehst so glücklich aus. Möchtest du mir erzählen, warum?““Ja“, sagte der alte Mann und die Tränen liefen ihm dabei über das Gesicht. „Weißt du, der Vater hat mich so lieb. Ach, mein Vater hat mich so sehr lieb.“

Brennan Manning

Ja, mein Vater hat mich so lieb. Wie würde mein Freund Darius jetzt sagen: Ich träume davon tanzend durchs leben zu gehen. Es ist nicht immer einfach, das Leben, aber wenn der Vater mich so sehr liebt… Ich wünsche mir das von ganzem Herzen, dass ich NIEMALS vergesse, dass der Vater mich so sehr liebt! Und das wünsche ich euch alle auch!

Es grüßt euch,

euer Oliver Ohler

Was hat Bestand?

Ich darf mich ja zur Zeit ausführlich mit einem Thema auseinandersetzen, das man im „Volksmund“ als Diplomarbeit bezeichnet. Viel lesen, viel versuchen zu verstehen… und das Verstanden dann dazu verwenden um dem Ziel des Themas näher zu kommen. Aber ich möchte euch nicht mit dem ganzen langweilen 🙂

Aber eine Sache, die mir wieder neu bewusst geworden ist, möchte ich hier weitergeben, denn das war wirklich LEBENSENTSCHEIDEND für mein eigenes Leben und für den Weg, den ich jetzt gehen darf. Ich las in einem Buch, was für die ersten Christen grundlegend wichtig war:

„Sie wollten so viele Menschen wie möglich zum Glauben an Jesus Christus führen.“

Eckhard J. Schnabel: Urchristliche Mission, S.1482

Klingt ja recht banal, aber für mich war es das überhaupt nicht, denn es hat mich an etwas erinnert. Genau DAS ist einer der Hauptgründe, warum ich eine Ausbildung hier auf Chrischona angefangen habe.

Kurz bevor ich mich dafür entschloss Theologie zu studieren hörte ich eine Predigt von Stefan Kiene der genau diesen Satz sagte. Auch für ihn war das einer der Hauptgründe, warum er diesen Weg gegangen ist und jetzt eine Kurzbibelschule leitet. Doch er sagte noch mehr, und das hat mich geradezu umgehauen. Er sagte in etwa folgendes:

Als ich endlich begriffen habe, was Jesus für mich am Kreuz getan hat, wusste ich, was ich für den Rest meines Lebens machen möchte: So viele Menschen wie nur möglich zu Christus führen. Denn alles andere, was ich mir hier auf der Erde aufbaue und leiste, kann ich nicht mitnehmen. Wenn ich sterbe bleibt das alles hier. Mein Haus, mein Geld, mein Auto, meine erbrachten Leistungen in der Firma (die vielleicht schon vor dem Tod in Vergessenheit geraten sind) – alles, was ich mir aufgebaut und erarbeitet habe kann ich nicht mitnehmen. Aber Menschen, Menschen kann ich mitnehmen!

Das ist mir echt eingefahren, weil ich genau wusste, dass er recht hatte. Ich dachte lange, dass ich nur einen Sicheren Job brauche, damit ich endlich mein Leben planen kann. Ein Haus bauen, eine Familie planen etc. Ja, ein sicheres Leben haben kann schön sein, aber es ist sowieso nur befristet. Und man kann auch plötzlich alles verlieren, ohne eine Möglichkeit, es zu verhindern. Aber Menschen dazu einzuladen zu Gott zurück zu kommen, der als einziger weiß, warum wir existieren und uns erfülltes Leben schenken möchte, das hat Bestand. Das kann niemand wegnehmen, das geht über dieses Leben hinaus… Diese Menschen werden zusammen mit mir irgendwann vor ihm stehen, voll Freude und erfüllt mit alle dem, was unsere tiefste Sehnsucht ausfüllt – engste Gemeinschaft mit meinen Schöpfer… und vielen anderen Menschen.

„Jesus betet zu Gott und sagt über seine Freunde: Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt.Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.“

Johannes 17,14-18

Es grüßt euch,
Euer Oliver Ohler