Die Kraft der Freude!

Was kann eigentlich die Freude bewirken? Wer mich kennt, weiß, dass eines meiner Hauptthemen „echte Gemeinschaft“ ist. Und L. J. Crabb geht in seinem Buch „Connecting“ immer wieder auf dieses Thema ein, was mich natürlich sehr anspricht.

Mit welcher Motivation gehen wir mit jemanden anderen in ein Gespräch hinein? Was ist meine Absicht, meine Motivation, meine Sicht über den/die andere/n?

Crabb stellt dieser Frage eine andere Frage gegenüber, die mich schon in den letzten Jahren beschäftigt hat, auch wenn ich sie für mich vielleicht anders formuliert habe. Er schreibt im Bezug auf einen anderen Menschen, der mit Jesus Christus unterwegs ist:

„Sind wir selbst vom Evangelium so mit Kraft erfüllt, dass wir an das wunderbare Geschenk des Guten im anderen glauben und uns deshalb am anderen freuen können, ganz gleich, was wir an Hässlichem vorfinden?“

Und weiter:

„Wenn ich weiß, dass der andere mich liebt, dass er an mich glaubt, dass er in mir etwas Wunderbares erkennt, von dem er gern mehr sehen würde, dann bin ich viel eher bereit, auf ihn zu hören und ihn in mein Leben hineinwirken zu lassen. […] Einem Menschen, der sich über mich freut, kann ich vertrauen. […] Ein Mensch, der sich an uns freut, bringt es fertig, das Gute hinter dem Schlechten zu sehen.“

Wie viel Kraft in dieser „Freude am anderen“ steckt, ist wohl nicht zu unterschätzen. Hier kommt das zum Ausdruck, was uns die Gesellschaft nicht geben kann. Sie kann diese Freude am anderen nicht „produzieren“, nicht durch ein Deo, das anziehend wirkt, erwirken. Diese Freude liegt in jedem Christen, der bereit ist, diese Frage oben ernst zu nehmen und uns auf „die Kraft der  Freude“ am anderen ein zu lassen. Es geht um Gemeinschaft, immer wieder. Leben in der Kraft Gottes und in der Beziehung zu ihm und dem Mitmenschen.

Als Crabb einem Seiner Freunde, den er sehr wertschätzt, erzählte, welches häßliche Problem er  in seinem Leben hat und wie ihn das belastet, sagte er zu ihm: „Larry, ich fühle mich deinetwegen Christus viel näher.“ Als er zurückfragte, wieso das so ist, da ihn das so verblüffte, antwortete er ihm „Weil dir das, was deine Beziehung zu Christus behindert, so zu schaffen macht.“ Dieser Mann glaubte an Crabb. Er sah das Gute in all dem Schlechten.

Das zu leben, trotz der vielen Dinge, die nicht so laufen, wie sie laufen könnten, das ist mein tiefster Wunsch. Ich möchte dich dazu einladen, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen und das zu leben, was Gott in jeden Christen hineingelegt hat: „Die Kraft der Freude!“

Es grüßt euch,

euer Oliver Ohler

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Heilende Gemeinschaft

Eines der Bücher, die mich gerade beschäftigen, ist das Buch von L.J.Crabb – „Connecting – Das Heilungspotential der Gemeinschaft“. Ich habe es vor zwei Jahren das erste Mal gelesen, aber dieses Buch beschreibt einfach das, was ich immer wieder versuche weiterzugeben, zu leben und Werbung dafür zu machen. Ich werde immer mal wieder ein Zitat bringen (je nach Zeit 🙂 ). Heute geht es um die Vision, die nötig ist, um solch eine Gemeinschaft zu leben:

Zu heilender Gemeinschaft kommt es da, wo wir eine Vision davon haben, was der andere ist und was er um Christi willen werden kann, und wo diese Schau uns in unseren Versuchen, mit ihm in Beziehung zu treten, motiviert.

Ich wünsche mir, dass ich, dass wir diese Vision für den anderen bekomme/n. Dass schon zu sehen, was der oder die andere vielleicht erst viel später sein wird. Das Gute, dass durch Jesus Christus im anderen bereits vorhanden ist, zu fördern um diese Vision zu leben – echte, heilende Gemeinschaft zu erleben und den anderen mit Gottes Augen sehen zu lernen. Eine große Aufgabe, aber wir haben auch einen großen Gott! Heiliger Geist, mach du uns wieder Beziehungsfähig, weil du ein Geist der Beziehung bist! Danke!

Euer Oliver Ohler

Wir und das Evangelium

Heute morgen habe ich etwas gelesen, das ich euch hier gerne weitergeben möchte. Es geht um die Frage, wie wir als Gemeinde und als Menschen, die mit Jesus unterwegs sind, „Gesellschaftsrelevant“ sein können. Walter Heidenreich schreibt dazu:

„Das Evangelium ist immer dasselbe. Für mich geht es weniger um Trends in der Gesellschaft, sondern um die Liebesbeziehung zu Jesus und darum, freimütig das Evangelium zu verkündigen. Klar macht man das in unterschiedlichen Kontexten, aber es ist nicht Methode, sondern die Kraft Gottes und seine Liebe. Da haben sich die Menschen nicht geändert. Sie suchen nach Annahme, Geborgenheit, Identität und Zweck. Natürlich muss man Methoden überdenken. Meist sind die Gemeinden, die stehen bleiben, die, die die Gesellschaft aus dem Blick verlieren und verstaubt werden. Die Mitte ist aber das Evangelium. Da wünschte ich mehr Freimütigkeit. Es gibt so viele, die wissen, wie es nicht geht und so wenige, die wissen, wie es geht. Zurück durch persönliche Erneuerung, erste Liebe zu Jesus, weg von Professionalität und hin zu schlichter Nachfolge von Jesus.“

Ich bin auch jemand, der lieber gerne ein hochwertiges Programm fährt und Methoden anwendet, und das ist in keinster Weise falsch. Aber sie sind IMMER NUR Träger des Evangeliums und niemals das Evangelium selbst. Wenn es nicht um Gott, sein Evangelium, seine Liebe zu uns und um seine Kraft geht, dann sollen wir lieber ganz aufhören zu versuchen SEIN Reich zu baunen, denn dann bauen wir in Wirklichkeit nämlich nur UNSER Reich, und das hat keinen Bestand.

Schon Salomo hat in den Psalmen (Ps 127,1) gesagt: „Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Lassen wir es zu, dass ER SEIN REICH baut und wir für die Menschen um uns herum, in unserem Ort, einen Ort der Annahme, der Geborgenheit, der Identität und Sinn sein können – weil das Reich Gottes nicht uns gehört und daher nicht von unserem „Zustand“ und „Gemütslage“ abhängig ist, sondern weil es Gott gehört und es um seine Liebe geht und durch seine Kraft und unsere Hoffnung darauf gebaut wird.

Zurück zu den Wurzeln.

Zurück zur ersten Liebe.

Zurück zu Jesus Christus.

und dann zu den Menschen um zu lernen, „wie es geht“.

Euer Oliver Ohler

I have a dream!

„I have a dream!“

Martin Luther King Jr. hat diesen kurzen aber bis heute bekannten Satz gebracht, als er diese berühmte Ansprache auf einer Protestkundgebung hielt. Es ging in der Ansprache um Freiheit und Gleichheit.

Diese Aussage „I have a dream!“ kennt fast jeder, den ich frage. Warum ist das so? Martin Luther King Jr. hat nicht nur irgend ein Traum gehabt, nein, er einen ganz bestimmten Traum gehabt und hat ihn laut ausgesprochen! Er hat daran geglaubt, darüber geredet und er hat angefangen, diesen Traum zu leben! Letztendlich hat er durch seinen Traum das Land wie auch die restliche Welt geprägt und verändert.

Mich beschäftigt seit langem auch ein Traum. Und zwar der Traum Gottes für uns Menschen. Ist es gewagt, so etwas zu sagen, darüber nachzudenken und zu erforschen? Ich möchte es tun. Immer wieder… und ich möchte, dass diesen Traum zu meinem Traum wird. Gods dream!

Das Bild hier möchte ich als ein Beispiel für das Gegenteil von diesem Traum verwenden:

Es ist schon witzig, dieses Bild, aber ich glaube, dass genau DAS unser Grundproblem ist. Das Ego. Wir leben am Ziel des Lebens vorbei, wenn wir alles um uns herum so anlegen, damit es uns gut geht und uns dient. Aber wie sieht er denn aus? Gottes Traum für uns Menschen?

Ein Text, der mir während der Diplomarbeit wieder ganz neu wichtig geworden ist, ist in Apostelgeschichte 2,42-47. Vielleicht klingt er für euch einfach nur „traumhaft“ und nicht realistisch. Aber genau das ist der Traum, der sich immer wieder neu bemerkbar macht. Ein kleiner Einblick in Gottes Traum für uns Menschen.

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle Seelen und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Wenn man das so hören, was geht einem da durch den Kopf? Vielleicht: Unmöglich? Das war früher so, heute ist alles anders? Das betrifft nur die erste Gemeinde? Da waren ja noch die Apostel da? Oder: Traumhaft, aber nicht realistisch?

Glaubt mir, ich habe hier auch meine Zweifel angebracht, ob das in unserer heutigen Zeit überhaupt „realistisch“ ist. Aber genau hier sind wir an einem Punkt, der mich bei meiner Diplomarbeit so herausgefordert hat. Und zwar die Frage: HAT diese Gemeinde wirklich so gelebt? IST der Heilige Geist wirklich an Pfingsten auf die Gemeinde gekommen? IST er „Realität“? Ist es nicht ER, der Einmütigkeit schenkt? Der uns zusammenschweißt, der unsere Herzen prägen möchte, uns in die Anbetung Gottes führen möchte, der die Liebe untereinander ermöglichen möchte, der Menschen zu seiner Gemeinde hinzufügen möchte, der uns dazu befähigen möchte sich geradezu zu verschenken…?

Diese Gemeinde hier in der Apostelgeschichte war nicht perfekt. Sie hatte ihre Probleme, sie hatte ihre Herausforderungen. Aber was geschieht hier an diesem Punkt der Geschichte? Genau hier ist der Startschuss der Gemeinde Jesu und genau in derselben Gemeinde leben auch wir heute noch . Sie hat nicht aufgehört zu existieren und Gott hat nicht noch eine weitere Gemeinde gegründet, in der der Heilige Geist nicht anwesend ist. Und er hat seinen Geist auch nicht wieder von seiner Gemeinde weggenommen. Er ist hier, mitten unter uns. Er ist damals gekommen und bis heute am wirken.

Ich durfte einmal über einen Text predigen, den die Jünger Jesu wohl nie wieder vergessen haben. Denn in der Urgemeinde in der vorigen stellen setzt sich genau dieser Text um:

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Johannes 13,34-35

Im engsten Kreis mit seinen Jüngern bringt Jesus das zur Sprache, was das entscheidende und wichtigste ist: Habt Liebe untereinander! Ich möchte euch dazu einladen. Einladen diesenTraum zu leben und Gottes Traum mit seinen Menschen immer mehr zu entdecken und zu leben. Einmal das eigene „ICH“ hinter sich zu lassen und zum „DU“ zu gelangen. Du Gott, Du Bruder, DU Schwester, DU, von Gott geliebter Mensch.

Shane Claiborne hat in seinem Buch „ich muss verrückt sein so zu leben“ einen Satz geschrieben, der mich echt bewegt hat:

„Die Welt braucht Menschen, die so sehr an eine andere Welt glauben, dass sie nicht anders können, als sie schon jetzt zu leben.“

und an anderer Stelle

„Wir beschlossen nicht länger über die Kirche, die wir sahen, zu jammern, sondern zu der Kirche zu werden, von der wir träumten“.

Das ist es. die Bibel spricht sehr klar davon und ich möchte mich von ihr immer wieder neu hinterfragen und herausfordern lassen diesen Traum zu leben. Diese Kirche ist nicht perfekt, aber voller Liebe. Sie ist nicht ohne Schuld, aber mit viel Vergebung. Sie ist nicht ohne Streit, aber mit viel Versöhnung. I have a dream! Gods dream! Leben wir ihn. Ich freue mich darauf! Heute!

Euer Oliver Ohler

Was ist Gemeinde?

In meiner Diplomarbeit bin ich jetzt im zweiten Teil angekommen. Eine Sache, die ich voll krass finde, ist die, dass es nur eine Grundvoraussetzung gibt ohne die die Gemeinde gar nicht existieren kann. Manche wissen es schon, aber es ist so entscheidend und trotzdem so wenig präsent in unseren Gedanken: Der Heilige Geist!

This is my Church

Eckhard J. Schnabel zählt in seinem Buch „Urchristliche Mission“ 17 mögliche Punkte auf, die vielleicht dafür verantwortlich waren, dass sich das Christentum in den ersten 3 Jahrhunderten so schnell ausgebreitet hat. Aber alle, so sagt er, können letztendlich diese rasante Ausbreitung nicht erklären. Also muss es wohl mit Gott und seinem Wirken zu tun haben.

Der Heilige Geist ist an Pfingsten als der Gründer der Gemeinde ausgegossen worden und seit dem nicht mehr von der Gemeinde weggenommen worden. Er ist da, bis Jesus wiederkommt. Aber ich frage mich schon wo er bei uns sichtbar wird?! Dämpfen wir ihn? Rechnen wir überhaupt noch mit seiner Kraft (Dynamis) die sich entfalten will? Bei uns und in der Welt? Lassen wir es einfach nicht zu oder wissen wir einfach nichts von ihm?

Auf jedenfall will ich hier sagen: Lasst uns darum bitten, dass Gott seinen Geist wieder  neu ausgießt damit wir wieder Gemeinde werden können!

Was will er in und durch uns tun?

Gottes Willen offenbaren – Leidenschaft schenken – Einmütigkeit ermöglichen – Übereinstimmung schaffen von Denken, Reden, Tun – Sein Wort verstehen und darauf ausrichten – Liebe ermöglichen – Mission ermöglichen – in Aufgaben berufen – Älteste berufen und befähigen – Missionare senden – Missionserfolge ermöglichen – Selbstlosigkeit ermöglichen – echte Freude erleben – Visionen schenken – Menschen unterschiedlichster Herkunft und Rasse vereinen – usw.

Wo der Heilige Geist ist, dort ist Gemeinde und dort sind auch Zeugen die auf Jesus Christus zeigen.

Der Heilige Geist durchdringe eure Herzen und zeige euch seine Gemeinde – willkommen zu hause!

Euer Oliver Ohler